Rund 30 Prozent vom Gewinn — das ist die Kurzantwort auf die Frage, was eine GmbH an Steuern zahlt. Die Langantwort ist interessanter: Sie erklärt, warum dein Standort über Prozentpunkte entscheidet, wieso die Umsatzsteuer dich (fast) nichts kostet und weshalb die Steuerlast ab 2028 Jahr für Jahr sinkt. Mit interaktivem Rechner für deine GmbH.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓15 % Körperschaftsteuer + 5,5 % Soli darauf (effektiv 15,825 %) + Gewerbesteuer (3,5 % × Hebesatz) ≈ 30 % Gesamtbelastung.
- ✓Der Hebesatz deiner Gemeinde (200–580 %) macht bis zu 13 Prozentpunkte Unterschied.
- ✓Ab 2028 sinkt die KSt jährlich um einen Punkt auf 10 % (2032) — das ist seit Juli 2025 geltendes Gesetz.
Die drei Steuern einer GmbH
Eine GmbH zahlt auf ihren Gewinn zwei Ertragsteuern — Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer — und wickelt daneben die Umsatzsteuer ab. So greifen sie ineinander:
| Steuer | Satz | Wer bekommt sie |
|---|---|---|
| Körperschaftsteuer (KSt) | 15 % vom zu versteuernden Einkommen | Bund & Länder |
| Solidaritätszuschlag | 5,5 % auf die KSt (= 0,825 % vom Gewinn) | Bund |
| Gewerbesteuer (GewSt) | 3,5 % Messzahl × Hebesatz — bei 400 % also 14 % | Deine Gemeinde |
| Umsatzsteuer (USt) | 19 % / 7 % — wirtschaftlich ein durchlaufender Posten | Bund & Länder |
Wichtig zu wissen: Anders als bei Personengesellschaften ist die Gewerbesteuer bei der GmbH nicht auf eine andere Steuer anrechenbar — der Hebesatz deiner Gemeinde schlägt also voll durch. Zwischen einer Gemeinde mit 250 % und einer Großstadt mit 490 % liegen über 8 Prozentpunkte Gesamtbelastung.
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Ab 2028 wird es besser: Die KSt-Senkung auf 10 %
Mit dem „Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm“ (verkündet im Juli 2025) hat der Gesetzgeber eine schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer beschlossen: Ab dem Veranlagungszeitraum 2028 sinkt der Satz jedes Jahr um einen Prozentpunkt — von 15 % auf 10 % im Jahr 2032. Die Gesamtbelastung einer GmbH fällt damit von knapp 30 % auf knapp 25 %.
Körperschaftsteuersatz & Gesamtbelastung 2026–2032
💡 Gestaltungs-Hinweis für Gewinnverschiebung
Wenn deine GmbH Spielraum bei der Gewinnrealisierung hat (z. B. bei Rückstellungen oder Investitionszeitpunkten), kann es sich lohnen, Gewinne in spätere, niedriger besteuerte Jahre zu verlagern. Das ist ein klassisches Thema für deinen Steuerberater — mit sauberen Echtzeit-Zahlen aus der Buchhaltung wird das Gespräch deutlich produktiver.
Umsatzsteuer: Warum sie dich (fast) nichts kostet
Die Umsatzsteuer ist wirtschaftlich ein durchlaufender Posten: Du berechnest sie deinen Kunden, ziehst die selbst gezahlte Vorsteuer ab und führst nur die Differenz ans Finanzamt ab. Teuer wird sie nur durch Fehler — allen voran fehlende Belege, die den Vorsteuerabzug kosten, und verpasste Fristen bei der Voranmeldung. Beides schauen wir uns im Detail an: im Vorsteuer-Guide und im Artikel zur Umsatzsteuervoranmeldung.
Vorauszahlungen & Fristen: Wann Geld fließt
- ✓Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen: 10. März, 10. Juni, 10. September, 10. Dezember.
- ✓Gewerbesteuer-Vorauszahlungen: 15. Februar, 15. Mai, 15. August, 15. November.
- ✓Umsatzsteuervoranmeldung: je nach Rhythmus monatlich oder quartalsweise bis zum 10. des Folgemonats.
- ✓Steuererklärungen: grundsätzlich bis 31. Juli des Folgejahres, mit Steuerberater deutlich länger.
Die Vorauszahlungen bemisst das Finanzamt am letzten Bescheid. Läuft dein Jahr deutlich besser oder schlechter, lohnt ein Anpassungsantrag — sonst finanzierst du dem Fiskus zinslos Liquidität vor oder kassierst später eine Nachzahlung samt Zinsen.
Häufige Fragen
Wie viel Steuern zahlt eine GmbH auf ihren Gewinn?+
Rund 30 %: 15 % Körperschaftsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf (effektiv 15,825 %) plus Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuer beträgt 3,5 % mal Hebesatz deiner Gemeinde — bei 400 % also 14 %. Zusammen ergibt das 29,825 %.
Sinkt die Körperschaftsteuer wirklich?+
Ja, das ist seit Juli 2025 Gesetz: Ab 2028 sinkt der Körperschaftsteuersatz jährlich um einen Prozentpunkt — von 15 % auf 10 % im Jahr 2032. Die Gesamtbelastung einer GmbH fällt damit von knapp 30 % auf knapp 25 %.
Ist die Umsatzsteuer eine echte Belastung für die GmbH?+
Nein, im Regelfall ist sie ein durchlaufender Posten: Du berechnest 19 % (bzw. 7 %) auf deine Rechnungen, ziehst gezahlte Vorsteuer ab und führst die Differenz ab. Kosten entstehen nur, wenn Vorsteuer verloren geht — etwa durch fehlende Belege.
Wann muss eine GmbH Steuervorauszahlungen leisten?+
Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen sind am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember fällig, Gewerbesteuer am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November. Die Höhe setzt das Finanzamt auf Basis des letzten Bescheids fest.